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Am 21. September ist Weltalzheimertag

Demenz - die Menschen nicht alleine lassen!

In Österreich sind derzeit 130.000 Menschen an Demenz erkrankt - in 30 Jahren werden es doppelt so viele sein. Als eine der größten Pflege- und Betreuungsorganisationen ist die Volkshilfe Steiermark mit rund 2.300 Pflege- und BetreuungsmitarbeiterInnen Demenzpartnerin für hunderte Betroffene und Angehörige in der Steiermark.

„Wir müssen die Krankheit Demenz in unser gesellschaftliches Leben integrieren“, so Barbara Gross, Präsidentin und das Geschäftsführungsteam der Volkshilfe Steiermark Brigitte Schafarik und Franz Ferner. „Es gilt, unsere Perspektive auf Demenz zu verändern. Wir müssen sie als das sehen, was sie für immer mehr Menschen ist: ein Teil des Lebens.“

Bis dato erfährt der lange, oft sehr intensive Weg des fortschreitenden Abbaus der Kräfte und Fähigkeiten kaum Beachtung in der Öffentlichkeit. Wenn überhaupt, dann wird nur über die vielen negativen Aspekte berichtet. Demenz verwirrt – nicht nur die Erkrankten selbst, sondern alle, die mit ihr in Berührung kommen: Familienmitglieder, FreundInnen, Pflegende, ÄrztInnen, ArbeitgeberInnen – die gesamte Bevölkerung. Während des Krankheitsverlaufs durchleben die Betroffenen und ihre Familienmitglieder eine immer stärker werdende Entfremdung von ihrem bisherigen Leben. Soziale Isolation und Ausgrenzung sind oft die Folge.

Das muss sich ändern!

Volkshilfe informiert am 20.09.2019 

Neben einem Informationsstand in der Herrengasse 15 in Graz mit den Demenz-Expertinnen Ingrid Gruber und Elisabeth Probst gibt es auch noch einen Informationsstand in Bruck an der Mur mit der Demenzexpertin Sabine Stark. Im Volkshilfe Seniorenzentrum Liezen gibt es für Angehörige und Interessierte eine Ausstellung zum Thema „Ein Tag mit Demenz“, bei dem an mehreren Stationen gezeigt wird, was Menschen mit Demenz brauchen. Das Sozialzentrum Liezen veranstaltet ein "Demenzfrühstück". Das Seniorenzentrum Weiz geht mit BewohnerInnen auf einen "Denkspaziergang" durch die Stadt, das Sozialzentrum Weiz informiert an einem Stand. In den Seniorenzentren Wagna und Vordernberg gibt es Vorträge für InteressentInnen. Das Sozialzentrum Südoststeiermark beteiligt sich mit einer Aktion am Projekt „Miteinander leben in Vielfalt“ der Stadtgemeinde Feldbach und „Lebendig“ der Styria Vitalis u.v.m. 

ÖsterreicherInnen mit derzeitigem Angebot nicht zufrieden

Der jüngst durchgeführte Sozialbarometer der Volkshilfe (SORA) zeigt, dass 56 Prozent der ÖsterreicherInnen mit dem derzeitigen Angebot für Betroffene und Angehörige nicht zufrieden sind.  

Das brauchen Betroffene, die noch im eigenen Zuhause leben, und ihre Angehörigen: 

  • Erhöhung der Pflegegeldstufe 3 auf Pflegegeldstufe 4 bei der Diagnose Demenz
  • Ausbau von Tagesbetreuungseinrichtungen für SeniorInnen zur Entlastung pflegender Angehöriger
  • flächendeckende, kostenlose, niederschwellige Beratungs- und Schulungsangebote 
  • kostenloses Coaching für pflegende Angehörige von an Demenz erkrankten Personen 

Das brauchen Betroffene in den steirischen Pflegeheimen: 

Rund 60 Prozent der rund 12.000 Menschen in den steirischen Pflegeheimen haben eine diagnostizierte Demenzerkrankung, rund 80 Prozent sind nach Schätzungen der PflegeexpertInnen mehr oder weniger von Demenz betroffen.  

  • eigene Senioren-BegleiterInnen, die Demenzerkrankte im Haus begleiten und die Pflege entlasten
  • öffentliche Mittel für eine Schulungsoffensive rund um die Herausforderung Demenz für alle MitarbeiterInnen eines Pflegeheims (von der Haustechnik über die Küche bis zur Pflege)

Im Bild: v.l. Volkshilfe Steiermark Geschäftsführerin Brigitte Schafarik, die Leiterin der Sozialzentren Genoveva Kocher-Schruf, Volkshilfe Steiermark Präsidentin Barbara Gross, die Volkshilfe Demenzexpertinnen Ingrid Gruber und Elisabeth Probst und Volkshilfe Steiermark Geschäftsführer Franz Ferner vor dem Demenz-Infostand in der Grazer Herrengasse anlässlich des Weltalzheimertags 2019.

19. September 2019