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Seniorenzentrum Liezen

Ein Tag mit Demenz

Der 21. September steht seit vielen Jahren international im Zeichen der Krankheit Demenz. Anlässlich dieses Tages zeigte das Volkshilfe Seniorenzentrum Liezen Interessierten an 4 Stationen „einen Tag mit Demenz im Pflegeheim“. Die BesucherInnen hatten dabei die Möglichkeit tief in die Welt von Demenzerkrankten einzutauchen, die Herausforderungen der Krankheit zu erleben, zu erkennen und im weiteren Sinne zu verstehen.

„Besonders wichtig ist es, die betroffenen Menschen nicht darauf zu reduzieren, dass sie ihrer kognitiven Fähigkeiten verlustig werden. Die Wünsche und Bedürfnisse von dementen Menschen haben im Alltag weiterhin Priorität“ sind sich Hausleiterin Iris Strohmeier, Pflegedienstleiter Thomas Ablaßer und DGKP Tanja Rieberer einig.

Wie das Seniorenzentrum auf diese Wünsche und Bedürfnisse eingeht wurde an den vier Stationen sichtbar:

Das Zimmer
Ob Sammelleidenschaft oder „eigene“ Ordnung: „Wir akzeptieren die Leidenschaften unserer BewohnerInnen, wir nehmen auch keine Veränderungen der „eigenen“ Ordnung vor“, so Tanja Rieberer. „Damit sich die BewohnerInnen zurechtfinden können.“

Die Aktivitäten
Um die Lebensqualität und Lebensfreude so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, die Selbstbestimmung und das Wohlbefinden zu fördern, werden im Volkshilfe Seniorenzentrum viele Aktionen angeboten. Gedächtnistraining (ohne Unter- bzw. Überforderung – dem Stadium der Demenz angepasst), Übungen mit dem i-pad, Wahrnehmungsübungen, Beschäftigung mit der Demenzdecke oder auch handwerkliche Tätigkeiten stehen im Haus an der Tagesordnung.

Biografiearbeit
Biografiearbeit hat im Volkshilfe Seniorenzentrum einen großen Stellenwert.
60 bis 90 Prozent der in Langzeiteinrichtungen lebenden Menschen mit Demenz zeigen „herausfordernde Verhaltensweisen“, die der Pflegedienstleiter Thomas Ablaßer anschaulich beschrieb.

Essen
Besonders überrascht reagierten die Besucher, als zum Abschluss zum gemeinsamen Essen gebeten wurde. Eine große Herausforderung – vor allem für Angehörige. „Die Einstellung der Einrichtung und der MitarbeiterInnen ist entscheidend, um das „Essen mit Händen“ zu einem ganz alltäglichen und gebräuchlichen Instrument zu machen. Denn wenn auch Kulturtechniken – wie das Essen mit Besteck – vergessen werden, sollte der Genuss nicht zu kurz kommen. Damit unterstützen wir die Würde des Menschen“, erklärt Thomas Ablasser.

Die Reaktionen der BesucherInnen haben gezeigt, dass sich nicht betroffene Menschen oft gar kein Bild machen können, was „Demenz“ bedeutet und ein wenig Aufklärung das Leben aller Beteiligten immens erleichtert, so Hausleiterin Iris Strohmeier. „Es freut uns sehr, dass wir mit dieser Aktion etwas zum Verständnis der Krankheit und einem entspannteren Umgang mit Betroffenen beitragen konnten.“

25. September 2019

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