Volkshilfe Büro für Soziales

Kinderarmut wirksam bekämpfen

Zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut fordert Präsidentin Barbara Gross die rasche Umsetzung der Kindergrundsicherung.

„Kinderarmut bedeutet weit mehr, als wenig Geld zu haben. Sie bedeutet, nicht dazuzugehören, auf vieles verzichten zu müssen und schlechtere Chancen auf eine gute Zukunft zu haben. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen“, betont Volkshilfe Steiermark Präsidentin Barbara Gross.

28.000 Kinder unter 15 Jahren sind in der Steiermark armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Somit ist fast jedes fünfte Kind betroffen (Statistik Austria, EU-SILC 2025)1.

Wie groß der Unterstützungsbedarf ist, zeigen auch die aktuellen Zahlen der Volkshilfe. Allein im Zeitraum vom 1. Jänner bis 15. Oktober 2026 wurden in der Steiermark heuer bereits

  • 338 Kinder mit bis zu 200 Euro für Schulveranstaltungen wie Projekttage oder Sportwochen unterstützt. Hauptsponsorin dafür ist die Steiermärkische Verwaltungssparkasse.
  • 700 Kinder erhielten dank des Sponsorings der Energie Steiermark Gutscheine für Schulmaterialien.
  • Für 69 Kinder wurden durch Zuschüsse wichtige Bildungs- bzw. Gesundheitsausgaben oder Erstausstattungen ermöglicht.
  • 456 Kinder lebten in Familien, welchen die Volkshilfe in finanziellen Notsituationen etwa mit Zuschüssen zu Miet- oder Energiekosten helfen musste.

„Hinter jeder dieser Zahlen stehen Kinder und Familien, für die selbst notwendige Ausgaben zur Belastung werden. Dank Sponsoring und unserer Spender:innen können wir hier ganz konkret helfen. Aber Kinderarmut lässt sich nicht mit Spenden allein beseitigen“, unterstreicht Gross.

Die Bundesregierung hat im Regierungsprogramm zugesagt, Kinderarmut bis 2030 zu halbieren und eine Kindergrundsicherung einzuführen2. Laut Volkshilfe-Sozialbarometer (Foresight)3 befürworten 73 Prozent der Befragten die Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung.

„Die Bundesregierung hat sich selbst ein klares Ziel gesetzt. Aber ein Versprechen auf dem Papier verbessert noch kein Kinderleben. Jetzt braucht es rasche, konkrete Schritte zur Umsetzung der Kindergrundsicherung. Denn eine gute Zukunft der Kinder wartet nicht“, appelliert Barbara Gross abschließend.

Mit Suppenaktionen ein Zeichen gegen Armut setzen

Auch zwei Volkshilfe Bezirksvereine setzten rund um den Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut ein sichtbares Zeichen der Solidarität. Am Freitag, dem 16. Oktober, luden die Bezirksvereine Judenburg und Graz Umgebung Nord zu Suppenaktionen ein. Mit selbstgemachten Suppen, vielen ehrenamtlichen Helfer und der Unterstützung zahlreicher Besucher machten sie auf Armut aufmerksam und sammelten Spenden für Menschen in ihrer Region.

In Judenburg hat die Suppenaktion am Hauptplatz bereits eine lange Tradition. Bezirksvereinsvorsitzende Evelyn Schupp und ihr Team sorgten auch heuer wieder für warme Suppen und viele gute Gespräche. Zu den engagierten Unterstützer zählt seit Jahren auch die ehemalige Bürgermeisterin Grete Gruber, die es sich nicht nehmen ließ, selbst am Herd zu stehen. Der Erlös der Aktion kommt armutsbetroffenen Kindern in der Region zugute.

In Judendorf luden Bezirksvereinsvorsitzende Andrea Neundlinger und zahlreiche Freiwillige des Bezirksvereins Graz Umgebung Nord zum Suppenstandl. Die frisch zubereiteten Suppen konnten direkt vor Ort genossen oder im Glas mit nach Hause genommen werden. Unter den Gästen war auch Volkshilfe Steiermark Präsidentin Barbara Gross, die sich bei den Ehrenamtlichen herzlich für ihren Einsatz bedankte.

Beide Aktionen zeigten, wie viel durch gemeinsames Engagement möglich wird. Viele Menschen halfen beim Vorbereiten, Kochen und Ausschenken, andere unterstützten mit einer Spende. So wurde aus einem Teller Suppe nicht nur eine willkommene Mahlzeit, sondern auch ein Zeichen gelebter Solidarität.

Denn Armut geht uns alle an. Und neben der konkreten Hilfe für Betroffene braucht es wirksame politische Maßnahmen, damit Kinder und Familien dauerhaft bessere Chancen erhalten.

 

Quellen:

  1. Statistik Austria, EU-SILC 2025 (Dreijahresdurchschnitt 2023 bis 2025), Seite 170
  2. Jetzt das Richtige tun. Für Österreich. Regierungsprogramm 2025-2029, Seite 114
  3. Volkshilfe-Sozialbarometer Armut 2026, Institut Foresight

16. Oktober 2026

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