Volkshilfe Büro für Soziales

Ein bewegender Abend, der neue Wege eröffnet

Mehr als 170 Menschen folgten am 16. März 2026 der Einladung des Volkshilfe Büros für Soziales zu einer Online-Veranstaltung, die noch lange nachwirkt. Fachkräfte, An- und Zugehörige, freiwillige Mitarbeiter:innen im Besuchsdienst, Menschen in Pflegeausbildung sowie zahlreiche Interessierte nahmen teil, um von einer der profiliertesten Stimmen im Bereich der Demenzbegleitung zu lernen: Hildegard Nachum.

Unter dem Titel „Begegnen statt korrigieren. Menschen mit demenziellen Veränderungen verstehen und wertschätzend begleiten“ eröffnete die Validationsexpertin, ausgebildet nach Naomi Feil und Autorin des Buches „Die Weisheit der Demenz“, neue Perspektiven für den Umgang mit alten, desorientierten Menschen.

Auch Volkshilfe Steiermark Geschäftsführerin Brigitte Schafarik unterstrich in ihren Grußworten die Bedeutung eines würdevollen Umgangs: „Alt werden in Würde heißt für uns als Volkshilfe unter anderem, dazu gehören, teilhaben an der Gesellschaft und selbst bestimmen können. Gerade in der Begleitung von Menschen mit demenziellen Veränderungen zeigt sich, wie wichtig Verständnis, Erfahrung und eine wertschätzende Haltung sind.“

Was diesen Abend so besonders machte, war die Haltung, die vermittelt wurde. Validation ist weit mehr als eine Methode. Sie ist ein Zugang voller Respekt, ein Perspektivenwechsel hin zu echtem Verstehen. Hildegard Nachum zeigte eindrucksvoll, dass wiederkehrende Fragen oder scheinbar irrationale Handlungen oft Ausdruck unerledigter Lebensthemen sind. Wer lernt, hinter die Worte zu hören, begegnet Gefühlen und genau dort beginnt echte Verbindung. Statt zu korrigieren oder zu widersprechen, geht es darum, die Emotionen dahinter wahrzunehmen. Kleine, achtsame Gesten können Vertrauen und Sicherheit schaffen.

Ein Abend voller Praxis, Wissen und Menschlichkeit

Neben fundiertem Fachwissen vermittelte Hildegard Nachum vor allem eines: Mut zur Menschlichkeit. Die Teilnehmenden erhielten zahlreiche alltagstaugliche Impulse, die unmittelbar in die Praxis übertragen werden können. Mit einer gelungenen Mischung aus Erfahrung, Humor und großer Empathie gelang es der Vortragenden, selbst komplexe Inhalte greifbar zu machen.

Der lebendige Austausch setzte sich auch nach dem Vortrag fort. Viele Fragen wurden gestellt, Erfahrungen geteilt. Der Chat spiegelte die Begeisterung der Teilnehmenden deutlich wider. Eine besonders berührende Rückmeldung brachte es auf den Punkt: „Endlich verstehe ich, wie ich auf meine Mutter eingehen kann!“

Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen

Besonders schön war, dass sich in mehreren Volkshilfe Seniorenzentren Teams aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenfanden, um die Veranstaltung gemeinsam zu verfolgen. Diese gelebte Gemeinschaft machte den Abend zu mehr als einer Fortbildung. Er wurde zu einem verbindenden Erlebnis.

Ein Abend, der gezeigt hat, dass Wertschätzung, Verständnis und echtes Zuhören zentrale Schlüssel in der Begleitung von Menschen mit demenziellen Veränderungen sind. Und dass all das bei uns selbst beginnt.

19. März 2026

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