Volkshilfe Steiermark fordert

Große Vermögen fair besteuern

Die öffentlichen Budgets stehen unter Druck. Bei Familien- und Sozialleistungen wird gespart, auch Pflege, Gesundheit und Bildung geraten ins Visier. Gleichzeitig bleiben Millionen- und Milliardenvermögen in Österreich weiterhin kaum besteuert. Das verschärft das soziale Ungleichgewicht.

„Wenn bei den Schwächsten gekürzt wird, während sehr große Vermögen nahezu unberührt bleiben, ist das nicht gerecht“, betont die Präsidentin der Volkshilfe Steiermark Barbara Gross. „Es ist höchste Zeit für einen fairen Ausgleich.“

Österreich zählt zu den Ländern mit der höchsten Vermögenskonzentration in der Eurozone: Das reichste Prozent besitzt rund die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Dennoch stammen nur knapp über einem Prozent des Steueraufkommens aus vermögensbezogenen Steuern.

Eine moderne Erbschaftssteuer mit einer Freigrenze von einer Million Euro würde zum Beispiel 98 Prozent der Haushalte gar nicht betreffen. „Wir reden nicht über das geerbte Haus der Großeltern oder über mühsam während eines harten Arbeitslebens erworbene Ersparnisse, sondern über sehr große Vermögen, die oft steuerfrei weitergegeben werden“, so Gross.

Ein fairer Beitrag aus diesen hohen Vermögen würde Spielräume schaffen – für starke Pflege, sichere Gesundheitsversorgung, gute Bildung und sozialen Zusammenhalt.

„Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass starke Schultern mehr tragen. Das ist ein Gebot der Fairness“, betont Gross. „Man kann es auch einfach sagen: Der Kuchen muss gerecht verteilt werden. Denn die entscheidende Frage ist: Soll bei den Schwächsten gespart werden oder sorgen wir für ein gerechtes Steuersystem?“

 

20. Februar 2026

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