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Position zu SWÖ-Kollektivvertragsverhandlungen

Schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit - sinnvoll und umsetzbar!

Wer Pflege und Betreuung für die Zukunft absichern will, muss auch in die Rahmenbedingungen der MitarbeiterInnen investieren. Der gesellschaftlich wichtige Stellenwert der Pflege, der Sozial- und Behindertenarbeit muss sich daher auch in den Gehältern widerspiegeln.

 

„Eine langfristig angelegte schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ist sinnvoll und umsetzbar,“ halten Franz Ferner und Brigitte Schafarik, beide Geschäftsführung der Volkshilfe Steiermark, fest. Für die in dieser Branche vielen teilzeitbeschäftigten Frauen verbessert sich dadurch die Einkommenssituation, für die Vollzeitbeschäftigten reduziert sich die Arbeitsbelastung.

KV Mobile Dienste Steiermark 37-Wochen-Stunde bereits umgesetzt

Im Kollektivvertrag der Mobilen Pflege- und Betreuungsdienste, der nur in der Steiermark verhandelt wird, wurde bereits im letzten Jahr eine Arbeitszeitverkürzung umgesetzt. Die MitarbeiterInnen in den Mobilen Pflege- und Betreuungsdiensten haben seit Oktober 2019 bereits eine 37-Stunden-Woche.

Eine Umsetzung eines ersten Schrittes Arbeitszeitverkürzung von derzeit 38 WOSTU auf 37 WOSTU in den 25 steirischen Pflegheimen würde in der Pflege dazu führen, dass die Volkshilfe Steiermark auf Basis der geltenden Personalausstattungsverordnung rund 10,5 Vollzeitdienstposten mehr aufnehmen müssten. Das ist nur etwas weniger als der mit dem Land Steiermark bereits vereinbarte vierte (und bis auf weiteres letzte) Personalausbauschritt in der Pflege.

Ferner und Schafarik gehen außerdem davon aus, dass eine bessere Vergütung dem zunehmend zum Problem werdenden Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirkt.

MitarbeiterInnen in ihrer Arbeit stärken

Auf die Volkshilfe, Arbeitgeber von rund 3.000 Beschäftigten in der Steiermark müssen sich MitarbeiterInnen verlassen können. "Wir wissen, dass die Arbeit in Betreuung und Pflege fordernd ist, deshalb ist es uns ein Anliegen, die MitarbeiterInnen in Ihrer Arbeit zu stärken", so Schafarik und Ferner weiter.

Dazu gehört nicht nur die Diskussion um eine schrittweise einzuführende Arbeitszeitverkürzung und damit bessere Gehälter für vor allem Teilzeitbeschäftigte, sondern auch eine längst notwendige Entbürokratisierung der Sozial- und Pflegearbeit und die dringende Weiterführung der Steirischen Pflegestiftung im Qualifizierungsbereich u.v.m.

Sofortige Arbeitszeitverkürzung unrealistisch

Der Abschluss einer sofortigen Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden ist jedoch ohne die Einbindung der Länder, Städte und Gemeinden, die die Verantwortung für die soziale Daseinsvorsorge tragen, unrealistisch. Vorerst geht es darum, einen ersten Schritt in diese Richtung zu setzen, den MitarbeiterInnen zu signalisieren, dass wir sie in ihrer Situation nicht alleine lassen und die Personalsituation gemeinsam zu evaluieren.

6. März 2020

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