Bundesländer

Pflege muss österreichweit gesichert werden!

Volkshilfe Österreich Präsident Ewald Sacher und Volkshilfe Steiermark Präsidentin Barbara Gross fordern eine nachhaltige Pflegesicherung, Maßnahmen gegen Personalmangel und eine Leistungsharmonisierung.

Die Volkshilfe fordert eine ernsthafte und umfassende Reform des Pflegewesens in Österreich. Die Finanzierung ist zwar wichtig, aber nur ein Baustein in einem funktionierenden und verlässlichen Pflegesystem der Zukunft. Der AUVA auf der einen Seite Beiträge zu entziehen und sie gleichzeitig mit neuen Aufgaben zu betrauen erscheint allerdings nicht sehr sinnvoll. Auch die derzeitige Expertise der AUVA im Bereich Langzeitpflege erscheint fraglich. Abhängig von der Ausgestaltung im Detail könnte ein Mix aus Versicherungsleistung und staatlicher Finanzierung aber sehr wohl ein gangbarer Weg sein. Dabei ist die Volkshilfe immer für eine Besteuerung von Vermögen und eine Erbschafts- und Schenkungssteuer eingetreten, um die Finanzierung langfristig und solidarisch sicher zu stellen.

Der Volkshilfe ist auch wichtig vor der Frage der Finanzierung zu klären, was es denn bedeutet, in Österreich „in Würde zu altern“.

Für uns bedeutet das vor allem:

dazugehören,
selbst bestimmen,
schmerzfrei sein,
die Grenzen der eigenen Scham selbst festlegen,
beim Sterben nicht alleine sein.

 

Pflegende Angehörige &
Pflegepersonal stärken

Der Wunsch, solange wie möglich zu Hause leben zu können, hat für viele zu Pflegende immer noch absoluten Vorrang, sagt Volkshilfe Präsident Sacher: „Die Stärkung von ‚mobiler vor stationärer Pflege‘ ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch dabei sind insbesondere auch die Bedürfnisse der Angehörigen ernst zu nehmen. Es braucht Pflegekarenz, Förderung von Schulungen und Coachings und vieles mehr, damit die pflegenden Angehörigen mit ihren Belastungen nicht alleine gelassen und die Pflegefälle von morgen werden.“

Die Geschäftsführung der Volkshilfe weist auch auf die derzeit hohe Belastung der Beschäftigten aufgrund des Personalmangels hin, der in naher Zukunft noch weiter zunehmen wird. Hier braucht es ein Bündel an Maßnahmen, das rasch umgesetzt wird. Besonders in den Bereichen durchgängige, vereinheitlichte Ausbildung, Bezahlung und Supervision besteht dringender Handlungsbedarf. Eine Imagekampagne ist zu wenig.

Harmonisierung der sozialen Dienste – und zwar vollständig!

Auch die Harmonisierung der sozialen Dienste ist ein Anliegen: „Hier braucht es einen großen Wurf. Denn österreichweit zahlen die Menschen die gleichen Steuern und Sozialversicherungsbeträge, dafür müssen sie auch ein Anrecht auf die gleichen Leistungen zu leistbaren Kosten haben.“ so die beiden Volkshilfe PräsidentInnen.

Nicht zuletzt fordert die Volkshilfe eine Einbindung in die Entwicklung einer neuen Pflegelandschaft: „Für einen sinnvollen Maßnahmen-Mix braucht es detailliertes Wissen um  die Bedürfnisse der zu Pflegenden und ihrer Angehörigen, sowie der MitarbeiterInnen im Bereich Pflege und Betreuung. Diese Expertise bringt die Volkshilfe gerne in die Neugestaltung der Pflege mit Zukunft ein.“

 

25. Juni 2019

Mehr erfahren