Bundesländer

LUISE 2019

Pflegepreis vergeben

Bereits zum zehnten Mal wurde der österreichische Pflege- und Betreuungspreis LUISE vergeben.

Bei dem im Sozialministerium stattgefundenen Festakt am 28. November 2019 konnten von Bundesministerin Brigitte Zarfl, Volkshilfe-Präsident Ewald Sacher und Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger rund 120 Gäste begrüßt werden, darunter zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen.

„Es ist für viele zu Pflegende ein Herzenswunsch, dass sie so lange wie möglich zu Hause leben können“, hob Volkshilfe Österreich-Präsident Ewald Sacher hervor, „mit dem Pflegepreis stellen wir jene Menschen in den Mittelpunkt, die dies ermöglichen und damit einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten“.

Demenz – eine besondere Herausforderung für die Pflege zuhause
Aus dem Blickwinkel der Pflege und Betreuung nimmt das Thema Demenz einen besonderen Stellenwert ein, zumal diese Erkrankung aufgrund der demografischen Entwicklung stetig zunimmt und der größte Teil der Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen zu Hause von den Angehörigen versorgt wird. „Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich derzeit rund 130.000 Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung. Die Volkshilfe Österreich nahm dies zum Anlass, bei der LUISE 2019 in zwei Kategorien den Schwerpunkt Demenz zu setzen, um genau diese Personen vor den Vorhang zu holen“, unterstrich Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

3 PreisträgerInnen aus dem Mürztal
Mit Susanne Portner aus Mürzzuschlag (1. Platz), Peter Lammer aus St. Barbara (2. Platz) und Margarete Maier aus Stainz im Mürztal (2. Platz) erhielten drei pflegende Angehörige einen Preis, „die sich vor allem durch ihre liebevolle Betreuung und ihre geduldige Pflege über Jahre auszeichnen - für die Ehefrau, die Schwiegermutter bzw. den Bruder“, wie Daniela Königsberger-Ellmaier, Einsatzleiterin der Mobilen Dienste im Volkshilfe Sozialzentrum Mürzzuschlag, erzählt.

„Mit unserem Vorschlag für den Pflegepreis und unserem ersten Gespräch mit den drei Angehörigen darüber, war unser Ziel, ihre Arbeit besonders wertzuschätzen, eigentlich schon erreicht. Die Freude, dass ein professioneller Pflege- und Betreuungsdienst die Arbeit lobt und für besonders erachtet, war mit wenigen Worten bei unseren KundInnen und Angehörigen spürbar“, so Königsberger-Ellmaier.
Das tolle Ambiente der Preisverleihung in Wien hinterließ bei allen Nominierten und schließlich auch PreisträgerInnen aus dem Mürztal, aber auch bei den mitgekommenen Pflegemitarbeiterinnen DGKP Veronika Haubenwallner und Pflegeassistent Helmut Moser einen bleibenden Eindruck.
„Es war wunderschön, die Rührung und das Leuchten in den Augen der nominierten Angehörigen zu sehen. Die erhaltene Wertschätzung ist wohl unbezahlbar. Es waren für unsere pflegenden Angehörigen wunderschöne Stunden in einer so besonderen Atmosphäre“, so das Team der Mobilen Dienste Mürzzuschlag.

Die Fachjury
Die Expertinnen und Experten der Fachjury – Gerald Bachinger, Niederösterreichischer Patientenanwalt und Sprecher der Österreichischen Patientenanwälte, Monika Kripp von Alzheimer Austria, Martina Laschet von der Initiative Wund?Gesund!, Martin Nagl-Cupal, Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Wien und Manfred Pallinger, Sektionschef im Sozialministerium - die aus den Einreichungen die Preisträgerinnen und Preisträger der LUISE 2019 auswählten, nahmen ebenfalls bei der Schlussveranstaltung teil und hielten die Laudationes der einzelnen Kategorien. Die 16 Preisträgerinnen und Preisträger des Pflege- und Betreuungspreises LUISE wurden mit der vom international anerkannten Künstler Manfred Wakolbinger gestalteten Statuette „LUISE“ geehrt.

Preisträgerinnen und Preisträger der LUISE 2019

Kategorie 1: Pflegende Angehörige
Bei den Preisträgerinnen und Preisträgern handelt es sich um Personen, die sich der Pflege und Betreuung von Angehörigen in den eigenen vier Wänden annehmen.
Platz 1: Susanne Portner, Mürzzuschlag (Steiermark)
Platz 2: Peter Lammer, St. Barbara (Steiermark)
Platz 3: Stefanie Baumegger, Heilbrunn (Steiermark) und Margit und Willi Turetschek, Wien
Sonderpreis: Erika Buchriegler, Hollenstein an der Ybbs (Niederösterreich)

Kategorie 2: Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer
Die Preisträgerinnen engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich bei Sozialvereinen und Organisationen wie PRO MENTE oder Rotes Kreuz.
Platz 1: Karin Landauer, Wien
Platz 2: Margret Bardy, Wien
Platz 3: Herta Stadler, Wien

Kategorie 3: Pflegende Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen
Bei den Preisträgerinnen und Preisträgern handelt es sich um Personen, die sich der Pflege und Betreuung von an Demenz erkrankten Angehörigen in den eigenen vier Wänden annehmen.
Platz 1: Josef Bochnicek, Wien
Platz 2: Margarete Maier, Stainz im Mürztal (Steiermark)
Platz 3: Margaretha Spanny, Hintersdorf (Niederösterreich)

Pflege und Betreuungspersonal von an Demenz erkrankten Menschen
Die Preisträgerinnen sind Personen, die tagtäglich mit an Demenz erkrankten Menschen in Wohn- und Pflegeheimen, Vereinen oder als 24-Stunden-Betreuung arbeiten.
Platz 1: Beatrix Gassler, Hall in Tirol (Tirol)
Platz 2: Manuela Pfohl, Innsbruck (Tirol)
Platz 3: Magdalena Filca, Pinkafeld (Burgenland)

Sonderpreis Soziales Jahr
Die Preisträgerinnen absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr und begleiten Delir-Patientinnen und –Patienten bei alltäglichen Abläufen.
Anna Finsterer, Höhnhart (Oberösterreich)
Victoria Laubichler, Filzmoos (Salzburg)
Julia Stranger, St. Johann im Pongau (Salzburg)

Der Österreichische Pflege- und Betreuungspreis LUISE wird unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, der Plattform österreichische Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ und der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger.
Mehr Informationen und alle Fotos von der Preisverleihung unter www.volkshilfe-pflegepreis.at

3. Dezember 2019