Bundesländer

Jedes 5. Kind ist arm

372.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind armutsgefährdet. Sie wohnen in feuchten Wohnungen, sie sind öfter krank, sie haben weniger Bildungschancen und sie können ihren Freunden nicht vom letzten Kinobesuch erzählen. Doch das muss nicht sein. Kämpfen wir gemeinsam gegen Kinderarmut!

Wie sich Armut für ein Kind anfühlt?

Wenn die anderen kichern, weil man wieder nur die alte, abgetragene Jacke anhat. Wenn alle zur Geburtstagsparty eingeladen sind, außer man selber. Wenn man nicht mit ins Schwimmbad gehen kann und es am Ende des Monats wieder nur Toastbrot gibt. Oder wenn das Taschengeld mal wieder für das Bezahlen der Heizung gebraucht wird

Wie sich Armut auf ein Kind auswirkt?

Armutsgefährdete Kinder haben oftmals ein geringeres Geburtsgewicht, sind bei Schuleintritt kleiner, haben ein höheres Verletzungsrisiko, öfter Kopf- oder Bauchschmerzen, haben eingeschränkte soziale Kontakte und weniger Bildungschancen. Neben den materiellen Einschränkungen sind sie auch aus vielen Lebensbereichen ausgeschlossen, erfahren oft Ausgrenzung und Spott, gehören einfach nicht dazu. Ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstvertrauen leiden darunter. Das schmälert wiederum ihre Zukunftschancen. Aus armen Kindern werden immer noch viel zu oft arme Erwachsene.

Was Armut in Österreich bedeutet?

Aktuell sind im drittreichsten Land der EU 372.000 Kinder und Jugendliche armutsgefährdet. 118.000 Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, auf Urlaub zu fahren. Rund 54.000 können es sich nicht leisten jeden 2. Tag Fisch, Fleisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen, 69.000 können keine neue Kleidung kaufen, wenn die alte abgenutzt ist. 180.000 Kinder leben in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, unerwartete Ausgaben zu tätigen, etwa für die Reparatur der Waschmaschine oder eines Kühlschranks.

Was ist relative Armut?

Wir sprechen in Zusammenhang mit Armut in Österreich von der sogenannten „relativen Armut“. Im Gegensatz zur absoluten Armut – die sich in Hunger und Obdachlosigkeit ausdrückt – wird relative Armut am allgemeinen Lebensstandard der jeweiligen Gesellschaft gemessen. Als arm gelten jene Menschen, denen es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, in Österreich übliche Güter zu erwerben bzw. zu konsumieren – und denen dadurch eine gesellschaftliche Teilhabe verwehrt bleibt.

Was bedeutet Armutsgefährdung?

Als Vergleichsmaßstab für relative Armut dient das durchschnittliche Einkommensniveau. EU-weit wird diese sogenannte „Armutsgefährdungsschwelle“ im Rahmen der EU-SILC-Erhebungen mit 60 Prozent des Median-Pro-Kopf-Haushaltseinkommens definiert. Wer darunter liegt, gilt als armutsgefährdet. Für einen Einpersonenhaushalt beträgt die Armutsgefährdungsschwelle 1.238 Euro im Monat. Für Mehrpersonen-Haushalte erhöht sich der Betrag um rund 618 Euro pro Erwachsenen bzw. um 371 Euro pro Kind. 

Jedes 5. Kind ist arm. Jedes Kind ist eines zu viel.

Kinderarmut in Österreich muss nicht sein. Schon ein kleiner Betrag kann das Leben eines Kindes verändern. Wenn er regelmäßig kommt und jene Sicherheit gibt, die von Armut betroffenen Familien fehlt. Darum hat die Volkshilfe 2018 ein Modellprojekt gestartet, bei dem 24 armutsgefährdete Kinder regelmäßig eine finanzielle Grundsicherung erhalten.

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Kinderarmut in Österreich

Jetzt mithelfen!

  • Informiere deine Umgebung, dass Kinderarmut in Österreich existiert.
  • Spende, um möglichst vielen Kindern sofort zu helfen.
  • Werde Teil der Bewegung für die Abschaffung von Kinderarmut, um allen Kindern gleiche Chancen zu geben, unabhängig vom Einkommen der Eltern.
  • Überzeuge auch andere, dass jedes Kind in Österreich eine finanzielle Grundsicherung bekommen sollte.